Dr. Bernd Flessner ist als Zukunftsforscher an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) im Kompetenzzentrum für interdisziplinäre Wissenschaftsreflexionen aktiv. Er ist Schriftsteller, Publizist und Medienwissenschaftler. Der Blick in mögliche Zukünfte ist also Alltag in seiner Gegenwart. Und ganz egal, in welcher der möglichen Zukünfte er schaut, immer ist und bleibt das Lesen und Verstehen von Texten eine zentrale Schlüsselkompetenz.
Zitat: "Selbst die KI ist ohne Schriftkultur kaum vorstellbar. Sie wird anhand von Texten trainiert, die von Menschen stammen. Sie generiert Texte, die Menschen lesen. Nur verstehen kann eine KI diese Text nicht, denn ihr fehlen jedwede hermeneutischen Fähigkeiten, ihr fehlt ein Bewusstsein. Nur wir Menschen können Texte verstehen, interpretieren und genießen. Die Schriftkultur hat unsere Zivilisation, hat die Demokratie ermöglicht und ist auch prägend für unsere Zukünfte. Doch es geht nicht nur um das Verstehen, sondern auch um das bereits erwähnte Genießen.
Der Schriftsteller Arno Schmid hat einmal gesagt: "Es gibt keine Seligkeit ohne Bücher." Denn Lesen ist Teil der Erschaffung unserer Lebenswelt, unserer Lebenswelten. Lesen trägt dazu bei, uns in diesen Welten zu orientieren. Literatur impliziert immer Zukunftsperspektiven, denn sie fordert, laut Adorno: "Es soll anders sein." Oder, wie der Literaturwissenschaftler Gerd Ueding es formuliert hat: "Literatur ist Utopie." Fördern wir also diese Art der Utopie.“